Schmerlen
Punktierter Flossensauger
Sewellia sp.
Flach gebauter Aufwuchsfresser aus schnell fließenden Bächen. Braucht kräftige Strömung, viel Sauerstoff und kühleres Wasser.
Pangio kuhlii
Aalförmige, gelb-braun gebänderte Schmerle, die sich gern eingräbt. Dämmerungsaktiv, friedlich und ausgesprochen langlebig.
Dornaugen stammen aus weichem, humingefärbtem Schwarzwasser und danken weiches, leicht saures Wasser mit besserer Färbung und höherer Aktivität. Sie reagieren empfindlich auf Nitrit und auf viele Medikamente – vor allem kupferhaltige Präparate sollten gemieden werden. Auch Salzbehandlungen vertragen sie schlecht.
Das Dornauge ist eine langgestreckte, aalförmige Schmerle mit auffälligem Muster: Auf gelbem bis orangefarbenem Grund liegen breite, dunkelbraune bis schwarze Querbinden, die den Körper vollständig oder fast vollständig umschließen. Um das Maul sitzen mehrere kurze Barteln, mit denen der Fisch den Boden absucht.
Den Namen verdankt die Art einem beweglichen Dorn unterhalb des Auges, der bei Beunruhigung ausgeklappt wird. Für den Fisch ist das ein Schutzmechanismus, für den Pfleger eine Gefahrenquelle: Beim Fangen mit einem Kescher verhakt sich der Dorn im Netz und lässt sich nur mit erheblichem Verletzungsrisiko lösen. Zum Umsetzen deshalb immer einen Behälter oder eine Röhre verwenden.
Dornaugen sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber liegen sie unter Wurzeln, im Laub oder eingegraben im Sand und sind oft über Stunden gar nicht zu sehen. Das ist völlig normal und kein Zeichen von Unwohlsein.
Der Bodengrund ist der entscheidende Punkt: feiner, weicher Sand, in den sich die Tiere vollständig eingraben können. Auf grobem Kies können sie ihr natürliches Verhalten nicht ausleben und verletzen sich beim Versuch an Haut und Barteln.
Die Einrichtung sollte reich an Verstecken sein – Wurzeln mit Unterständen, übereinander gelegte Steine, Röhren, dichte Pflanzengruppen und vor allem eine Laubschicht aus Seemandelbaum- oder Eichenblättern. Je sicherer sich die Tiere fühlen, desto häufiger zeigen sie sich auch am Tag.
Das Becken muss zuverlässig abgedeckt sein: Dornaugen sind ausgesprochen geschickt darin, jede Öffnung zu finden, und können auch durch Filterschlitze und schmale Spalten entweichen. Ansaugöffnungen von Filtern gehören mit einem Vorfilter oder feinem Gewebe gesichert.
Dornaugen sind Allesfresser, die den Boden systematisch nach Fressbarem absuchen. Angenommen werden absinkende Tabletten, Granulat, Frostfutter wie schwarze und weiße Mückenlarven, Tubifex, Artemia sowie Lebendfutter.
Da sie erst in der Dämmerung richtig aktiv werden, sollte die Hauptfütterung nach dem Ausschalten des Lichts erfolgen. Andernfalls fangen tagaktive Beckengenossen den Großteil ab, und die Dornaugen gehen über Wochen unbemerkt leer aus – ein häufiger Grund für abmagernde Tiere.
Die Nachzucht im Aquarium gelingt nur selten und eher zufällig; die meisten Tiere im Handel sind Wildfänge. Wer es versuchen möchte, braucht ein sehr weiches, saures Becken mit dichtem Feinfiederpflanzen-Bestand und viel Geduld.
Der bewegliche Augendorn und die Vorliebe fürs Eingraben machen jede Umsetzaktion zur Geduldsprobe. Beim Auflösen eines Beckens sollte man den Sand sorgfältig durchsuchen – vergrabene Tiere werden leicht übersehen.
Bei Medikamenteneinsatz ist besondere Vorsicht geboten: Als schuppenarme Schmerle reagiert das Dornauge empfindlich auf viele Wirkstoffe. Dosierungen für Zierfische sollten deutlich reduziert oder ganz vermieden werden.
Schmerlen
Sewellia sp.
Flach gebauter Aufwuchsfresser aus schnell fließenden Bächen. Braucht kräftige Strömung, viel Sauerstoff und kühleres Wasser.
Vergesellschaftung
Ausgesprochen friedlich und mit allen ruhigen Beckenbewohnern verträglich. Bärblinge, Salmler, Rasboras und friedliche Labyrinthfische sind gute Partner.
Dornaugen sind gesellig und sollten in Gruppen ab sechs, besser ab acht Tieren gehalten werden. Einzeln gehaltene Tiere verstecken sich dauerhaft und sind praktisch nie zu sehen. In einer Gruppe liegen sie oft zu mehreren ineinander verschlungen im selben Versteck.
Ungeeignet sind große, ruppige Fische sowie Arten, die den Boden für sich beanspruchen. Sehr kleine Garnelen und deren Nachwuchs können als Futter enden.